Risikomanagement-Seminar 2017
Neue Haftungsgefahren für Steuerberater bei der Jahresabschlusserstellung

Als Steuerberater sind Sie immer neuen Haftungsrisiken ausgesetzt. Ein aktuelles Beispiel: Eine GmbH erwirtschaftet über mehrere Jahre Verluste, die nicht durch Eigenkapital gedeckt sind. Der Steuerberater macht den Geschäftsführer der Gesellschaft auf dieses Problem zwar aufmerksam, führt das Mandat aber fort. Am Ende ist die GmbH insolvent und der Steuerberater wird auf Schadenersatz verklagt. Der Vorwurf: Insolvenzverschleppung. Der Fall geht bis vor den Bundesgerichtshof. Wie hätte der Steuerberater diesen langwierigen und teuren Rechtsstreit vermeiden können?

Der für die Steuerberaterhaftung zuständige IX. Zivilsenat des BGH hatte bekanntlich in seinem viel beachteten Urteil vom 7.3.2013 klargestellt, dass ein Steuerberater der lediglich mit der Wahrnehmung der allgemeinen steuerlichen Interessen einer GmbH betraut ist, keine vertragliche oder nebenvertragliche Verpflichtung trifft, eine GmbH bzw. deren Geschäftsführer bei Vorlage der Handelsbilanz mit einer Unterdeckung auf eine möglicherweise bestehende insolvenzrechtliche Überschuldung hinzuweisen.

Mit Urteil vom 26.1.2017 ist der BGH von dieser für Steuerberater sehr günstigen Entscheidung abgerückt und hat den Verantwortungsbereich des Steuerberaters hinsichtlich der Prüfung der Unternehmensfortführung deutlich erweitert. Bereits bei der Erstellung des Jahresabschlusses, so der BGH, müsse der Steuerberater prüfen, ob sich auf der Grundlage der ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten ergeben, die einer Fortführung der Unternehmertätigkeit entgegenstehen können. Und selbst dann, wenn er handelsrechtlich von einer Unternehmensfortführung ausgehen dürfe, müsse er anders als bisher den Geschäftsführer der von ihm betreuten GmbH auf eine mögliche Insolvenz hinweisen, wenn entsprechende Anhaltspunkte offenkundig sind und er annehmen muss, dass diesem die Insolvenzreife möglicherweise nicht bekannt ist.

Diese Beispiele zeigen: Die Zahl der Anspruchsgrundlagen wächst kontinuierlich – und das nicht allein durch neue Rechtsprechung. Mandanten und außenstehende Dritte sind auch immer häufiger bereit, Streitigkeiten juristisch auszutragen und dabei den Weg durch die Instanzen zu gehen. Wer da nicht auf dem Laufenden bleibt, zieht vor Gericht schnell den Kürzeren.

Ziel des Seminars ist, den Teilnehmern das notwendige Rüstzeug an die Hand zu geben, um rechtliche Fallstricke in der Beratungspraxis frühzeitig zu erkennen und auszuschalten. Denn fachliches Know-how und Sensibilität für aktuelle Problemstellungen können dazu beitragen, dass Haftungsfälle gar nicht erst entstehen.

Bonus:
Für die Teilnehmer an diesem Seminar, die eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung bei HDI unterhalten besteht die Möglichkeit eines persönlichen 10%igen Prämiennachlasses:
Voraussetzungen für einen 10%igen Prämiennachlass in der VH-Versicherung

  • Teilnahme an diesem Risikomanagement-Seminar
  • Nachweis von weiteren 36 Stunden persönlicher Fortbildung durch den Fortbildungspass des Steuerberaterverbandes

Anmerkung:
Die Rabattgewährung erfolgt jeweils von Jahr zu Jahr unter den zuvor genannten - jährlich neu zu erfüllenden - Voraussetzungen. Der Nachweis der Fortbildung muss vom Versicherungsnehmer spätestens als Anlage zu dem jeweiligen Fragebogen des Versicherers für das abgelaufene Versicherungsjahr erbracht werden. Die Summe aller qualitätsbezogenen Nachlässe ist auf 3.000 Euro begrenzt. Die Teilnehmer erhalten zur Vorlage bei HDI eine gesonderte Teilnahmebestätigung.

Themenübersicht

  1. Überblick über die Rechtsprechung des BGH zur Jahresabschlusserstellung
    • Urteil vom 7.3.2013 – IX ZR 64/12
    • Urteil vom 26.1.2017 – IX ZR 285/14

  2. Einordnung und Abgrenzung der Entscheidung vom 26.1.2017

  3. Warum hat der BGH seine Rechtsprechung geändert?
    • Bisher – überlegenes Wissen des Geschäftsführers
    • Neu – vertragliche Delegation der handelsrechtlichen Pflichten

  4. Zur Haftung wegen pflichtwidrig zugrunde gelegter Fortführungswerte
    • Bilanzierung nach Fortführungswerten schied objektiv aus
    • Steuerberater hat falsche Bilanzierung zu verantworten

  5. Aufklärungspflichten des StB bei Zweifel an der Fortführung der Unternehmertätigkeit
    • Belehrungen über handelsrechtliche Vorgaben
    • Konkrete Erläuterung über die bestehenden Zweifel
    • Aufforderung, bestehende Zweifel an Unternehmensfortführung auszuräumen
    • Prüfung der Maßnahmen der GmbH zur Ausräumung der Zweifel

  6. Exkulpation bei objektiv fehlerhafter Bilanzierung auf Weisung des Geschäftsführers

  7. Zur Haftung wegen unterlassenem Hinweis auf mögliche Insolvenzreife
    • Offenkundigkeit eines möglichen Insolvenzgrundes
    • Annahme, dass GmbH Insolvenzreife nicht bewusst ist
    • Aufklärung über die notwendige Prüfung der Insolvenz

  8. Sonderfragen
    • Treffen den Steuerberater Nachforschungspflichten hinsichtlich der Fortführung der Unternehmertätigkeit?
    • Wann begeht der Steuerberater eine Beihilfe zu einer Insolvenzverschleppung?

Dozent

RA Michael Brügge, Schadenmanagement HDI Versicherung AG

Termine und Veranstaltungsorte

14.11.2017, Dienstag 09.00 - 13.00 Uhr
LOGINN by ACHAT Leipzig, Fuggerstraße 3, 04158 Leipzig

 

14.11.2017, Dienstag 15.00 - 19.00 Uhr
Star Inn Hotel Dresden im Haus Altmarkt, Altmarkt 4, 01067 Dresden

 

Teilnehmergebühr

120,00 €

Die Veranstaltung ist nach § 4 Ziff. 22a UStG umsatzsteuerfrei.
(inkl. Arbeitsunterlage, Konferenzgetränke, und Kaffeepause)

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